Berichte

21.06.2012

Gehirn trennt Sex und Liebe

Aristoteles hielt noch das Herz für das Zentrum des Denkens und Fühlens. Heute wissen wir: das Herz ist nur eine Saugpumpe. Allenfalls in romantischen Augenblicken fallen wir noch in den Aristotelismus zurück, ansonsten verorten wir Gefühle im Gehirn. Wo genau diese entstehen, ist wiederum eine andere Frage. Jim Pfaus hat sich dieses Problems nun angenommen - und sich nicht mit Petitessen unseres Gefühlslebens aufgehalten.

Der Psychologe von der Concordia University wollte wissen, welche Areale durch Sex und Liebe aktiviert werden. Das Ergebnis seiner im "Journal of Sexual Medicine" veröffentlichten Studie: Die beiden Empfindungen sind neurobiologisch klar unterscheidbar. Zwar aktivieren beide u.a. das sogenannte Striatum, doch unterschiedliche Bereiche dessen. Sexuelles Verlangen wird von Nervenaktivität in Arealen begleitet, die auch beim Essen anspringen. Und Liebe konzentriert sich wiederum auf Bereiche, die aus der Suchtforschung bekannt sind.

Natürlich wurde diese Erkenntnis schon andernorts formuliert, etwa im Pop-Business. Sarah Connor sagt: "Sex ist für mich wie essen und schlafen." US-Kollegin Jennifer Lopez fügt hinzu: "Ich rauche und trinke nicht. Liebe ist meine einzige Droge." Neurobiologisch betrachtet absolut korrekt.



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